Unser primärer Wunsch war es daher, für unsere Beschäftigten mit der neuen Pressenanlage ergonomisch optimale und attraktive Arbeitsplätze zu schaffen, an denen sie heute so gut wie keine körperlich schweren Arbeiten mehr ausführen müssen. Dies war uns sogar noch wichtiger als eine Steigerung der Produktion
Adolfo Minnig, Brunex

Ein echtes Schmuckstück für die Türenherstellung

Seit über 70 Jahren produziert der Schweizer Türenhersteller Brunex Innen- und Aussentüren nach Mass und verbindet dabei Tradition und Handwerk mit innovativer Technik. Knapp 100.000 Holztüren werden von den rund 75 Mitarbeitenden pro Jahr gefertigt. Gegründet wurde das Unternehmen Anfang 1954 als mechanischer Fertigungsbetrieb Türenfabrik Brunegg AG im Kanton Aargau. Seitdem wurde massiv in den Standort, in die Qualität der Produkte sowie in das Vertrauen der Kunden und Partner investiert. Heute zählt das Familienunternehmen Brunex in der Schweiz bei Planern, dem Holzwerkstoffhandel und Schreinern als Inbegriff für Türen und Türsysteme mit und ohne Zusatzfunktion. Die Exportquote in die beiden Nachbarländer Deutschland und Österreich liegt bei etwa 5 %.

Ein wesentlicher Aspekt bei der gesamten Türenfertigung in Brunegg ist der ressourcenschonende Umgang mit regionalen Werkstoffen und die Wertschätzung gegenüber dem Rohstoff Holz. So bestehen heute zahlreiche Türvarianten aus FSC® - zertifiziertem Holz und verfügen über ein Eco-Gütesiegel. Damit will Brunex Schreinern und Architekten einen einfachen Nachweis hinsichtlich Nachhaltigkeit, Gesundheitsrelevanz und Ökologie der Produkte bieten. Für seine Bemühungen rund um das Thema Nachhaltigkeit wurde der Hersteller unter anderem mit dem KMU-Nachhaltigkeitspreis ausgezeichnet.

Informationen zum Kunden
Brunex ist ein Schweizer Familienunternehmen mit Sitz in Brunegg im Kanton Aargau und zählt seit über 70 Jahren zu den etablierten Herstellern von Türen und Türsystemen. Das Unternehmen wurde 1954 gegründet und produziert heute jährlich rund 100.000 maßgefertigte Innen- und Außentüren für unterschiedlichste Anwendungsbereiche. Dabei verbindet Brunex traditionelles Handwerk mit modernen Fertigungstechnologien und einem hohen Anspruch an Qualität, Flexibilität und Design.

Ein besonderer Fokus liegt auf nachhaltigen und ressourcenschonenden Produktionsprozessen sowie der kontinuierlichen Weiterentwicklung der Fertigung. Durch gezielte Investitionen in moderne Technologien und effiziente Produktionsabläufe schafft das Unternehmen die Grundlage für hochwertige Produkte und attraktive Arbeitsplätze. Mit seinen individuellen Türlösungen und seiner langjährigen Erfahrung gilt Brunex bei Planern, Schreinern und dem Holzfachhandel als verlässlicher Partner für anspruchsvolle Bauprojekte.

Modernisierung der Türenproduktion

Wenn Martin Eisele, CEO, und Adolfo Minnig, Produktionsleiter von Brunex, heute im Werk 1 durch die Produktionshalle des Unternehmens gehen, sind sie stolz auf das Erreichte. Stolz und glücklich, weil im Frühjahr 2025 eine neue „Türrohlings-Pressenanlage“ der Robert Bürkle GmbH die Arbeit aufgenommen und das Unternehmen einen wichtigen Schritt hin zu einer modernen Türenfertigung mit äußerst attraktiven Arbeitsplätzen gemacht hat. 

Denn in der Vergangeheit war in dem 1954 gegründeten Unternehmen bei der Mehretagenpresse zum Teil noch körperlich schwere Handarbeit nötig. Doch jetzt, mit der neuen Pressenanlage, wurde bei Brunex auch in Sachen ergonomischer Arbeitserleichterung sprichwörtlich ein neues Zeitalter eingeläutet.

Knapp zwei Jahre hat es von der ersten Idee bis zur Inbetriebnahme der neuen Presse gedauert. Nicht immer war die Umsetzung einfach, denn es galt, eine High-Tech-Anlage in eine bestehende Halle und funktionierende Prozessanlagen zu integrieren. Die bestehende Halle von Werk 1 wurde während des laufenden Betriebs aufwändig saniert und energetisch auf den neuesten Stand gebracht. Das Herzstück der Bürkle Anlage wurde per Autokran durch das geöffnete Dach eingebracht. Dies war für alle Beteiligten eine große Herausforderung, betont Carsten Henkenjohann, bei Bürkle Projektingenieur für die vollautomatischen Türenpressenanlagen.

Unter optimalen räumlichen Bedingungen werden Türenfertigungsprozess heute üblicherweise in die Länge gebaut. „Doch bei Bürkle ist jede Anlage ein Unikat und wird grundsätzlich so konzipiert, wie der Kunde es benötigt und wie die räumlichen Gegebenheiten es vorgeben. Nichts kommt hier von der Stange“, sagt Carsten Henkenjohann. 

Bei Brunex heißt dies, dass die Anlage mit zwei Pressen in die Breite und in die Höhe gebaut werden musste. Die Länge beträgt nur 36 Meter, die Breite dafür 18 Meter. Jede der beiden Pressen wiegt 35 Tonnen. Umfangreiche Statikmessungen wegen der erforderlichen Bodenlast waren nötig, denn die Anlage steht auf einer Geschossdecke. Jede Presse verfügt über zwei Kammern mit jeweils zwei Etagen, so dass insgesamt acht Etagen zur Verfügung stehen und somit unterschiedliche Türrohlinge gleichzeitig gepresst werden können. Die Türrohlinge haben eine Länge bis maximal 2.800 mm, eine Breite bis zu 1.300 mm und eine Stärke von maximal 100 mm. Da Brunex viele Sondertüren fertigt, kann ein Element durchaus ein Gewicht von über 200 kg erreichen. 

Blick auf die gelungene Integration der Anlage in die bestehenden Räumlichkeiten. Basis hierfür war eine sehr detaillierte Planung zwischen den Projektpartnern Brunex und Bürkle, und dies bereits weit vor dem eigentlichen Umsetzungsprozess des Projekts.
Einsicht in den Arbeitsraum, in dem drei- oder mehrlagige Türrohlinge wie auch Kleinteile sehr präzise zusammengelegt werden.

Verbesserung der Arbeitsbedingungen

Die beiden Bediener der Anlage legen heute nur noch die Einlagen manuell in den Rahmen ein, und dies nach einem vorgegebenen Legemuster in Abhängigkeit der Anforderung des Türrohlings.  Auf dem Weg zur Presse werden die Mittellagen automatisch auf der Ober- und Unterseite mit den jeweils vorgesehenen Beschichtungen versehen und dann unter Druck und Wärme mithilfe des zuvor auf den Deckplatten angebrachten Leims verpresst. Teils werden noch zusätzliche Oberflächenmaterialien wie beispielsweise Furniere oder HPL hinzugelegt. Während das Zusammenfügen zu einem Türrohling oftmals nur knapp eine Minute dauert, verbleibt der Rohling, abhängig vom Türaufbau, mehrere Minuten in der Presse. Danach verlässt das Element die Presse, wird über einen Paternoster gekühlt und geht anschließend zur Weiterverarbeitung an die entsprechenden CNC-Anlagen.

Die Bestückung der alten Pressen war in der Vergangenheit mit teils schwerer manueller Arbeit verbunden, denn die Bediener mussten sowohl die Rohlinge wie auch die Türblätter händisch zusammenführen, um sie schließlich in die Pressen einfahren zu lassen. 

„Unser primärer Wunsch war es daher, für unsere Beschäftigten mit der neuen Pressenanlage ergonomisch optimale und attraktive Arbeitsplätze zu schaffen, an denen sie heute so gut wie keine körperlich schweren Arbeiten mehr ausführen müssen. Dies war uns sogar noch wichtiger als eine Steigerung der Produktion“, formuliert Adolfo Minnig die Anforderungen. Mit der neuen Anlage von Bürkle wurden genau diese Ziele erreicht. Je nach Auftragseingang kann die Anlage pro Schicht etwa 480 Türen pressen.  „Auch wenn bei diesem Auftrag die Mengensteigerung nicht unbedingt im Fokus stand, konnten wir natürlich die Flexibilität gegenüber der bisherigen Anlage deutlich erhöhen, so dass bei Bedarf eine Steigerung der Produktionskapazitäten bei gleicher Qualität ohne Problem möglich ist“, beschreibt Carsten Henkenjohann den Ansatz. 

Engineering – Kompetenz als entscheidender Faktor

Eine wichtige Herausforderung bei der Planung und Umsetzung der Anlage war, die Ausfallzeiten so kurz wie möglich zu halten. Für Bürkle bedeutete dies, dass die Pressen und weitere Anlagenteile wie beispielsweise die ausgeklügelte Legeanlage bereits vor dem Aufbau an den beiden Bürkle-Produktionsstandorten in Mastholte und Freudenstadt komplett aufgebaut und mit vorgegebenen Daten getestet wurden. „Damit wollten wir von vornherein ausschließen, dass es vor Ort unangenehme Überraschungen gibt, die eventuell zu einer Verzögerung des Aufbaus hätten führen können. Auf Basis dieser Simulation war dann nach dem erneuten Aufbau bei Brunex die Inbetriebnahme Anfang des vergangenen Jahres in wenigen Wochen erledigt. Nicht zuletzt ist dies auch einem sehr erfahrenen Team zu verdanken, das hierbei zum Einsatz kam“, sagt Carsten Henkenjohann. Auch wenn das Dach des Gebäudes parallel zum Aufbau kurz angehoben und erhöht werden musste, führte dies nicht zu einer Verzögerung. Seit Ostern des letzten Jahres etwa presst die Anlage im Normalbetrieb. Davon, dass Bürkle die gesteckten Ziele auch wirklich erfüllen kann, überzeugten sich Martin Eisele und Produktionsleiter Adolfo Minnig bereits im Vorfeld bei Echtversuchen. „Wir wussten, dass bei uns die Standortbedingungen herausfordernd sind. Es war sicher keine ‚Operation am offenen Herzen‘, aber es galt, eine neue, hochmoderne und komplexe Anlage in wenigen Wochen in Betrieb zu nehmen und optimal in die bestehenden Abläufe zu integrieren. Gleichzeitig wollten wir die gewünschten Arbeitserleichterungen erzielen. Hier hat das gesamte Team von Bürkle wirklich hervorragende Arbeit geleistet“, fassen Martin Eisele und Adolfo Minnig zusammen. Bereits während des Aufbaus machten sich die Bedienkräfte mit der neuen Bürkle-Anlage vertraut und lernten die intuitive Menüsteuerung kennen, um praktisch vom ersten Produktionstag an die Anlage selbständig steuern zu können. Und falls doch einmal unerwartete Probleme auftauchen sollten, schalten sich die Experten von Bürkle per Fernwartung dazu und suchen gemeinsam mit den Bedienern nach einer Lösung. Genau diese positive und vertrauensvolle Erfahrung hat letztlich dazu geführt, dass Martin Eisele von der Türrohlings-Pressenanlage heute als das neue Schmuckstück in der Produktion von Brunex spricht. 

Die Deckplatten werden auf Paletten automatisch zugeführt. Anschließend werden die leeren Paletten wieder weggestapelt.

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