BÜRKLE hat seine Versprechen eingehalten und wir sind innerhalb der Kostenplanung geblieben. Wenn man das sieht und gleichzeitig die Entwicklung der Produktion betrachtet, dann kann man sagen, dass sich das Projekt wirklich gelohnt hat.
Tom van Dijk, DOO Berkvens

Berkvens zählt zu den prägenden Akteuren der europäischen Türenindustrie. Das traditionsreiche Familienunternehmen mit Sitz im niederländischen Someren hat sich über Jahrzehnte hinweg vom klassischen Hersteller zu einem Anbieter ganzheitlicher Türsysteme entwickelt. Innerhalb der Xidoor-Gruppe spielt Berkvens eine zentrale Rolle und bedient insbesondere das Projektgeschäft mit hoher industrieller Kompetenz. Woche für Woche entstehen hier lackierte Türen, HPL-Türen und dazugehörige Zargen in industriellen Stückzahlen. Gleichzeitig verfolgt das Unternehmen einen klaren Anspruch. Kunden sollen nicht nur einzelne Produkte, sondern eine vollständig durchdachte Lösung für ihr Bauprojekt erhalten.

Wer das Werk im niederländischen Someren betritt, spürt schnell, dass hier anders gedacht wird. Es geht nicht um einzelne Produkte, die in Serie gefertigt und ausgeliefert werden. Es geht um Räume, um Gebäude, um das Zusammenspiel von Funktion, Design und Logistik. Türen entstehen hier nicht isoliert, sondern als Teil eines Gesamtkonzepts, das bereits weit vor der Produktion beginnt und erst auf der Baustelle endet. Viele Kunden erhalten daher bereits in der Planungsphase ein digitales Abbild ihres Bauprojekts, konfigurieren jedes Detail und sehen schon im Vorfeld, wie sich ihre Türen-Entscheidungen im späteren Gebäude abbilden. 

Informationen zum Kunden
Das niederländische Familienunternehmen Berkvens mit Sitz in Someren wurde 1933 gegründet und wird heute bereits in dritter Generation geführt. Mit rund 450 Mitarbeitenden hat sich das Unternehmen über die Jahrzehnte zu einem etablierten Hersteller im Bereich Türsysteme entwickelt.
Berkvens ist spezialisiert auf die Entwicklung und industrielle Fertigung von Innen­türen und kompletten Türlösungen für den Wohn- und Objektbau. Durch kontinuierliche Produktinnovationen, hohe Fertigungstiefe und den Anspruch, ganzheitliche Systeme aus einer Hand anzubieten, positioniert sich das Unternehmen als leistungsstarker Partner für moderne Bauprojekte.

Wachsende Komplexität und dynamische Marktsituation als Ausgangslage

Diese Denkweise prägt die gesamte Organisation. Berkvens hat sich bewusst von einer klassischen Massenproduktion entfernt und produziert heute mit hoher Variantenvielfalt bei gleichzeitig großen Stückzahlen. In der Praxis bedeutet das, dass kaum zwei Türen identisch sind und dennoch zu jeder Zeit in derselben Geschwindigkeit produziert werden soll. Doch diese Entwicklung bringt auch neue Anforderungen mit sich. Die Komplexität steigt, die Prozesse müssen flexibler werden und gleichzeitig wächst der Bedarf an Kapazität. Derweil arbeitete Berkvens noch mit einer älteren Pressentechnologie, die zwar zuverlässig war, aber nicht mehr zur strategischen Ausrichtung passte. „Wir hatten eine alte BÜRKLE-Presse, auf der wir alle HPL-Türen gemacht haben“, erinnert sich van Dijk. „Die war eigentlich schon auf der Liste für eine neue Investition und gleichzeitig haben wir gesehen, dass der Markt sich schnell entwickelt. Wir wollten also nicht mehr abwarten, sondern mit dem Markt Schritt halten können.“

Mit der Stilllegung des Türenproduzenten Reinaerdt Deuren wurde eine vergleichsweise junge und leistungsfähige Anlage verfügbar. Für Berkvens war schnell klar, dass hier mehr möglich ist als nur ein Zukauf von Maschinen. Es ging darum, einen technologischen Sprung vorzuziehen und gleichzeitig nachhaltig zu investieren. 

Retrofit als strategischer Hebel für mehr Effizienz

Der eigentliche Mehrwert entstand durch ein umfassendes Retrofit Konzept. Der Maschinen- und Anlagenbauer BÜRKLE begleitete das Projekt von Beginn an nicht nur als initialer Lieferant, sondern als technischer Partner. Noch vor der Entscheidung wurde eine detaillierte Bestandsaufnahme durchgeführt. Zustand der Anlage, technologische Möglichkeiten und notwendige Anpassungen wurden gemeinsam analysiert. Auf dieser Basis entstand ein umfassender Plan, der weit über einen reinen Umzug hinausging.

Die Anlage wurde vollständig demontiert, transportiert und am neuen Standort wieder aufgebaut. Gleichzeitig erfolgten tiefgreifende Anpassungen. Programme wurden überarbeitet, Schnittstellen neu definiert und mechanische Komponenten auf die spezifischen Türformate von Berkvens angepasst. Auch die Integration in das bestehende Produktionssystem spielte eine zentrale Rolle. 

Besonders intensiv war die Zusammenarbeit zwischen dem Produktionsteam von Berkvens und dem Service von BÜRKLE. Wissen musste neu aufgebaut werden, da kein Personal aus der ursprünglichen Produktion übernommen werden konnte. „Von Beginn an war klar, dass wir von Reinaerdt kein Personal übernehmen konnten“, sagt van Dijk. „Wir haben eine Woche vor Ort mitgearbeitet, aber das ist bei so einer Anlage eigentlich viel zu kurz. Deshalb war es wichtig, dass wir zusammen mit BÜRKLE dieses Wissen wieder aufgebaut haben.“

Parallel dazu wurde die Anlage auf einen neuen digitalen Standard gehoben. Berkvens gehört zu den ersten Anwendern einer erweiterten Serviceplattform, die nicht nur den Fernzugriff ermöglicht, sondern sämtliche Servicefälle dokumentiert und auswertbar macht. Damit entsteht eine neue Form der Transparenz und eine Grundlage für langfristige Optimierung.

Höhere Effizienz im laufenden Betrieb

Heute zeigt sich der Erfolg dieser ganzheitlichen Herangehensweise deutlich. Die Anlage ist fest in die Produktion integriert und trägt spürbar zur Leistungsfähigkeit des Werks bei. Besonders im HPL-Bereich hat sich die Situation grundlegend verändert. Wo früher eine einzelne, ältere Presse die Produktion bestimmte, steht heute eine moderne Linie, die höhere Stückzahlen, bessere Qualität und deutlich mehr Flexibilität ermöglicht.

Auch die Effizienz hat sich erheblich verbessert. Prozesse, die zuvor mit acht bis neun Mitarbeitern pro Schicht betrieben wurden, können heute mit nur zwei Personen umgesetzt werden. Für Berkvens bedeutet das nicht nur eine Reduktion von Kosten, sondern vor allem eine nachhaltige Sicherung der Produktionsfähigkeit in einem angespannten Arbeitsmarkt.

Die Anlaufphase war dabei anspruchsvoll. Zeitliche Herausforderungen, technischer Wissenstransfer und Anpassungen im Detail gehörten zum Alltag. Doch genau in dieser Phase zeigte sich die Stärke der Partnerschaft. „Wir hatten von Anfang an eine sehr offene Zusammenarbeit“, fasst van Dijk zusammen. „Natürlich gab es Momente, in denen wir mit der Zeit kämpfen mussten. Das ist bei so einem Projekt normal. Aber wichtig ist, wie man damit umgeht. Und da hatten wir eine sehr gute Unterstützung von BÜRKLE, gerade in der Ramp up Phase.“  

Ein Projekt, das wirtschaftlich und strategisch überzeugt

Am Ende zählt für Berkvens vor allem das Ergebnis. Die Anlage läuft stabil, die Kapazität steigt kontinuierlich und die wirtschaftlichen Ziele wurden erreicht. „Für uns war entscheidend, dass wir einen klaren Business Case hatten und dass die Zahlen am Ende stimmen“, sagt van Dijk. „BÜRKLE hat seine Versprechen eingehalten und wir sind innerhalb der Kostenplanung geblieben. Wenn man das sieht und gleichzeitig die Entwicklung der Produktion betrachtet, dann kann man sagen, dass sich das Projekt wirklich gelohnt hat.“

Damit ist das Retrofit Projekt weit mehr als eine technische Umsetzung. Es ist ein Beispiel dafür, wie sich bestehende Ressourcen, innovative Produktionskonzepte und enge Partnerschaften zu einer zukunftsfähigen Lösung verbinden lassen. Für Berkvens ist es ein weiterer Schritt auf dem Weg zu einer Produktion, die Flexibilität, Effizienz und Individualität in Einklang bringt.