Spritzlackieren mit System

Wie BÜRKLE das passende Konzept für Handwerk und Industrie liefert

Ein Gespräch mit Martin Brümmerstädt

Spritzlackier-Experte bei BÜRKLE, über Technologievielfalt, Kundenbedürfnisse und Zukunftssicherheit im Lackierprozess

Ob Einzelstück oder Serienfertigung, ob Schreiner oder internationaler Möbelproduzent – wer lackiert, steht vor einer klaren Herausforderung: Hohe Oberflächenqualität, maximale Prozesssicherheit und ein wirtschaftlicher Betrieb. Im Gespräch mit Martin Brümmerstädt, dem langjährigen Experten für Spritzlackiertechnik bei BÜRKLE, wird deutlich, wie modular aufgebaute Technologien und kundenspezifische Systeme helfen, diese Herausforderungen zu meistern.

Herr Brümmerstädt, für welche Kunden ist das Spritzlackierportfolio von BÜRKLE eigentlich gedacht?

Unsere Lösungen richten sich an ein sehr breites Kundenspektrum – vom kleinen Schreinerbetrieb bis zur industriellen Serienfertigung. Wir haben nicht die eine Standardmaschine für alle, sondern bieten skalierbare Systeme, die exakt auf die jeweiligen Anforderungen zugeschnitten sind. Das kann eine kompakte Lösung für wechselnde Kleinserien sein oder eine vollautomatisierte High-End-Anlage mit höchsten Taktzahlen und Qualitätssicherung. Im Kern bieten wir drei Maschinentypen: Die ROBUSeco als Einstiegslösung für kleine und mittlere Betriebe, die ROBUSpro für mittlere Kapazitäten – und die ROBUSproSCPR, unsere rotative Hochleistungslösung für Industriekunden mit großen Volumen. Jeder dieser Typen lässt sich modular erweitern, kombinieren und anpassen.

Wie sieht das dann in der Praxis aus? Können Sie uns die unterschiedlichen Modelle in der Anwendung genauer abgrenzen?

Ein klassischer Schreiner, der unterschiedliche Küchenfronten oder Tischplatten lackiert, braucht vor allem Flexibilität – schnelle Farbwechsel, einfache Bedienung und zuverlässige Qualität. Genau dafür ist die ROBUSeco gemacht. Sie ist kompakt, wirtschaftlich im Betrieb und ideal für Einzelstücke bis kleine Serien. Wenn später mehr Durchsatz oder Automatisierung gefragt ist, lässt sie sich problemlos erweitern.

Für große Produzenten dagegen, die hohe Taktzahlen und gleichbleibende Qualität benötigen, ist z.B. die SCPR die passende Lösung. Sie arbeitet mit einem rotierenden Applikationssystem und ist auf Geschwindigkeit und Reproduzierbarkeit ausgelegt. Hier geht es um effiziente Lackierung von hunderten oder tausenden Werkstücken am Tag – konstant und mit minimalem Ausschuss. Sie arbeitet unter anderem mit hochentwickelten Luftströmen und unserer patentierter Lackrückgewinnung, um den Materialverbrauch möglichst gering zu halten. Die ROBUSpro liegt genau zwischen den beiden Modellen.

Neben den Spritzlackiermaschinen bietet BÜRKLE auch ein breites Trocknungsportfolio, dass Kunden mehrere Produktionsoptionen ermöglicht. Wie verhält sich das in der Praxis?

Viele denken beim Lackieren zuerst an den Auftrag, aber die Trocknung ist mindestens genauso entscheidend für das Endergebnis. Eine perfekte Oberfläche hängt maßgeblich davon ab, wie gut und gleichmäßig der Lack durchgetrocknet ist. Und hier gibt es keine Universallösung. Die Anforderungen sind extrem unterschiedlich, je nachdem ob man mit wasserbasierten Lacken oder Lösemittellacken arbeitet.

Wir bei BÜRKLE betrachten deshalb die Trocknung immer als integralen Bestandteil der Gesamtanlage. Unser Portfolio umfasst verschiedene Module wie Konvektions- und Infrarottrockner, UV-Härtungseinheiten oder Mehretagen-Trockner. Wichtig ist dabei: Wir passen die Trocknung exakt an das Produkt und den Lack an. Denn es macht einen großen Unterschied, ob ich ein leicht saugendes MDF-Element oder eine Hochglanzfront aus Vollholz lackiere. Auf der LIGNA stellen wir zum Beispiel neue UV-LED-Technik aus, die eine besonders energiesparende Trocknung ermöglicht.

Inwiefern kann Automatisierung im Spritzlackierprozess nicht nur große Industriebetriebe, sondern auch kleine und mittelständische Unternehmen entlasten – und welchen Unterschied macht das konkret im Arbeitsalltag?

Automatisierung ist heute kein Thema mehr nur für Volumenhersteller – im Gegenteil. Gerade kleine und mittelständische Unternehmen profitieren enorm davon, wenn wiederkehrende, fehleranfällige oder personalintensive Arbeitsschritte automatisiert werden. Das beginnt bei einfachen Zuführsystemen und reicht bis hin zur vollautomatisierten Lackierlinie mit Teileerkennung, Reinigung, Lackierung, Trocknung und Abnahme. 

Für Einsteiger oder Schreinerbetriebe reden wir hier nicht von komplexer, unüberschaubarer Technik. Unsere Automatisierungslösungen sind modular aufgebaut, intuitiv bedienbar und lassen sich flexibel erweitern. Für kleine Betriebe haben wir separate Automatisierungslösungen entwickelt, die leicht zu bedienen sind und trotzdem Einsparungspotentiale treffen. Unsere Kunden im Highend-Bereich wissen seit Jahren, was Sie von unserer Automation haben und können vom Roboter bis hin zum Portalsystem aus verschiedenen Technologien auswählen. 

Trendthema in der Branche ist weiterhin die Digitalisierung. Welche Strategie verfolgt BÜRKLE in diesem Bereich?

Digitalisierung ist bei BÜRKLE kein Zukunftsthema, sondern fester Bestandteil unserer Anlagentechnologie. Unsere Spritzlackieranlagen sind seit Jahren so ausgelegt, dass sie sich nahtlos in kundenseitige MES- oder Cloud-Umgebungen integrieren lassen. Damit schaffen wir die Grundlage für transparente Prozesse, zentrale Steuerung und datenbasierte Optimierung – gerade in lacktechnischen Prozessen mit hohen Qualitätsansprüchen ein echter Mehrwert. Auch mit dem OPCUA-Projekt IZY konnten wir unter den Maschinenhersteller im Holzbereich eine herstellerübergreifende Sprache einführen. Darüber hinaus setzen wir mit SIEMENS Industrial Edge auf ein modernes Plattformkonzept für datenbasierte Services. Unsere Kunden profitieren hier von Apps für Predictive Maintenance und Produktionsanalyse, also genau den Tools, die Ausfallzeiten reduzieren, Prozesse stabilisieren und langfristig Kosten senken. Erste Use Cases zeigen wir auf der LIGNA und bieten dort auch individuelle Beratung.

Zum Abschluss: Was empfehlen Sie Unternehmen, die sich mit einer Investition ins Spritzlackieren beschäftigen?

Wenn ich heute in eine Spritzlackiermaschine oder -anlage investieren würde ich mir auf jeden Fall unterschiedliche Konzepte anhören. Ich erlebe es oft, dass erst beim zweiten oder dritten Konzept, die entscheidende und beste Lösung präsentiert wird. Das liegt vor allem daran, dass mit jedem Konzept neue Ideen integriert werden und die Anlage ausgereifter ist. Zeitgleich sollten Kunden unbedingt Testumgebungen wie unser Technology Center nutzen. Erst unter den realen Bedingungen sieht man wirklich wie die Qualität und die Handhabbarkeit der Maschinen ist. 

Spritzlackieren mit System: Wie BÜRKLE das passende Konzept für Handwerk und Industrie liefert.

Press_release_spray_coating_DE
zip - 6 MB
Download

Pressekontakt:
Florian Siegel
Marketing

+49 7441 58-304
f.siegel@buerkle-gmbh.de

 

Robert Bürkle GmbH
Stuttgarter Straße 123

72250 Freudenstadt
Deutschland

Bitte lassen Sie uns bei Veröffentlichung ein Belegexemplar zukommen. Vielen Dank.